Freiburger Arbeits­markt zeigt sich vor den Sommer­fe­rien stabil

In der Wirtschafts­re­gion Freiburg hat sich die Arbeits­lo­sig­keit im Juli 2019 überra­schend nicht erhöht. Aller­dings mehren sich die Zeichen auf eine Eintrü­bung der Konjunktur. Kurzar­beit wird für die ersten Betriebe wieder zum Thema.

Die Arbeits­lo­sig­keit im Juli 2019 ist stabil geblieben — doch die Zeichen für eine Verschlech­te­rung mehren sich. Die Zahl an Arbeits­losen in der Wirtschafts­re­gion Freiburg ist im Juli sogar leicht gesunken. Das überrascht, denn die Konjunktur schwächt sich derzeit ab. In der Stadt Freiburg sowie den Landkreisen Breisgau-Hochschwar­z­­wald und Emmen­dingen waren im Juli 12.199 Frauen und Männer arbeitslos regis­triert, 43 weniger als im Vormonat. Die Arbeits­lo­sen­quote blieb somit unver­än­dert bei 3,3 Prozent. Die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit ist mit 2,3 Prozent weiter sehr niedrig. Der Bezirk der Arbeits­agentur Freiburg, welche die Zahlen zum Arbeits­markt liefert, deckt sich mit der Wirtschafts­re­gion, welche die drei besagten drei Kreise umfasst.

Warnzei­chen deuten Verschlech­te­rung an

Im kommenden Monat würden saison­be­dingt etwas mehr Arbeits­lose erwartet, teilt die Agentur weiter mit „Weniger Arbeits­lose in einem Monat Juli, das haben wir nicht erwartet. Der Arbeits­markt steckt die einge­trübte Konjunktur bislang gut weg“, sagt Agentur-Chef Chris­tian Ramm. Gewöhn­lich melden sich im Juli vor allem junge Frauen und Männer, die nach den Ferien einen Freiwil­li­gen­dienst oder ein Studium beginnen oder nach ihrer Ausbil­dung nicht übernommen werden, vorüber­ge­hend arbeitslos.

In diesem Juli aber hat das zur Überra­schung vieler nicht zu einem Anstieg der Arbeits­lo­sig­keit geführt. Aller­dings, wendet Ramm ein, habe der Juni bereits einen Teil der erwar­teten Entwick­lung vorweg­ge­nommen und im August, wenn vermehrt Erzie­he­rinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte sich arbeitslos melden, könnten die Zahlen wieder ansteigen. Mit der Konjunktur habe das nichts zu tun. Kurios: Im Krisen­jahr 2009, also exakt vor zehn Jahren als die Wirtschaft unter globalen Verwer­fungen an den Finanz­märkten zu leiden hatte, hatte es im Juli sogar einen leichten Rückgang der Arbeits­lo­sig­keit gegeben.

„Die Risiken für den Arbeits­markt sind nicht zu übersehen.”

Chris­tian Ramm, Chef der Freiburger Arbeits­agentur

Dass die Konjunktur gar keine Rolle spiele, sei aber auch nicht richtig, betont Ramm. Im Juli hätten die Unter­nehmen deutlich weniger offene Stellen gemeldet als noch vor einem Jahr. Und auch der gestie­gene Bedarf an Beratung zur Kurzar­beit sei ein Hinweis darauf, dass die Unter­nehmen weniger optimis­tisch in die Zukunft blicken. „Die Risiken für den Arbeits­markt sind nicht zu übersehen, aber sie sind noch überschaubar. Ich gehe nicht davon aus, dass sich an der insge­samt stabilen Lage am Arbeits­markt etwas grund­le­gend ändert“, sagt Ramm.

Dynamik am Arbeits­markt

Im Juli 2019 haben sich 2.977 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet. Im gleichen Zeit-raum beendeten 3.020 Menschen ihre Arbeits­lo­sig­keit. Per Saldo gab es 43 Arbeits­lose weniger als im Juni.

Struktur der Arbeits­losen

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Arbeits­losen nach Zielgruppen unter­schied­lich entwi­ckelt verrin­gert. Mehr Arbeits­lose gibt es bei den Jugend­li­chen und Auslän­dern, dafür weniger bei Älteren über 50 Jahre, Langzeit­ar­beits­losen und Schwer­be­hin­derten. Nach Rechts­kreisen ergibt sich folgendes Bild: Im Geltungs­be­reich des Sozial­ge­setz­bu­ches III (SGB III) zählt man 5.522 Arbeits­lose (Anteil 45,3 Prozent). Darunter fallen die kurzzeitig arbeits­losen Menschen. Im Geltungs­be­reich des Sozial­ge­setz­bu­ches II (SGB II), welche Langzeit­ar­beits­lo­sig­keit, also „Harz-IV-Fälle” betrifft, zählt man 6.677 Arbeits­lose (Anteil 54,7 Prozent).

Arbeits­kräf­te­nach­frage

Der Arbeit­geber-Service akqui­rierte im Juli 1.017 ungeför­derte offene Stellen. Das entspricht gegen­über dem Vorjah­res­monat einem Rückgang um 427 oder 29,6 Prozent. Den größten Bedarf nach Branchen meldeten: unter­neh­mens­nahe Dienst­leis­tungen (277 Stellen), darunter Zeitar­beit (220); Gesun­d­heits- und Sozial­wesen (144); verar­bei­tendes Gewerbe (127); öffent­liche Verwal­tung (106); Handel (85); Gastge­werbe (75). Ende Juli lagen der Agentur für Arbeit Freiburg 5.279 Aufträge zur Stellen­be­set­zung vor.

Entwick­lung nach Regionen

Die Zahl der Arbeits­losen hat sich in allen Regionen nur unwesent­lich verän­dert. Nach Kreisen ergibt sich folgendes Bild: In der Stadt Freiburg Stadt zählt man 6.044 Arbeits­lose (plus 3) bei einer Quote von 4,8 Prozent (unver­än­dert). Im Landkreise Breisgau-Hochschwar­z­­wald zählt man 3.885 Arbeits­lose (plus 1) bein einer Quote von 2,6 Prozent (unver­än­dert). Im Landkreis Emmen­dingen schließ­lich zählt man 2.270 Arbeits­lose (minus 47) bei einer Quote von 2,4 Prozent (unver­än­dert).

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