Pfizer feiert 142-Millionen-Euro-Richt­­fest

FREIBURG-BRÜHL. Es ist derzeit das teuerste Bau- und Inves­ti­ti­ons­pro­jekt der Stadt – teurer als das neue SC-Stadion, der Volks­bank-Neubau und die neue Staudinger-Schule. 142 Millionen Euro inves­tiert der Pharma­kon­zern Pfizer in eine neue Produk­ti­ons­an­lage am Standort Freiburg. Nun war Richt­fest. Wenn alles wie geplant verläuft, soll die Produk­tion im Frühjahr 2020 anlaufen.

Die Halle, die nun im Rohbau fertig ist, kommt wuchtig daher. Auf dem Pfizer-Betriebs­­ge­­lände im Indus­trie­ge­biet Nord zwischen Mooswald­allee, Wöhler­straße und Auerstraße erhebt sich auf rund 5000 Quadrat­meter Grund­fläche die Stahl­be­ton­kon­struk­tion in den Himmel.  Zweiein­halb Geschosse in Indus­trie­höhe werden später einmal rund 13.500 Quadrat­meter Produk­­tions- und Service­fläche bieten. Das entspricht rund zwei Fußball­fel­dern.

Das Werk in Freiburg gilt nach Angaben von Pfizer als Techno­lo­gie­führer bei der Herstel­lung von Medika­menten in intel­li­genter Produk­ti­ons­um­ge­bung. „Mit der neuen Produk­ti­ons­an­lage nach Ideen von Indus­trie 4.0 bauen wir unsere gute Position im inter­na­tio­nalen Wettbe­werb weiter aus. Wir inves­tieren 142 Millionen Euro, um zukünftig in größeren Maßstäben Tabletten und Kapseln aus hochwirk­samen Wirkstoffen produ­zieren zu können – und das zu höchsten Quali­täts­stan­dards“, erklärte Werks­leiter Axel Glatz beim Richt­fest.

„Der Standort von Pfizer in Freiburg hat sich inter­na­tional einen Ruf als exzel­lenter Produk­ti­ons­standort erarbeitet.”

Freiburgs Baubür­ger­meister Martin Haag

„Der Standort von Pfizer in Freiburg hat sich inter­na­tional einen Ruf als exzel­lenter Produk­ti­ons­standort erarbeitet. Die erneute Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dung ist ein Bekenntnis zum Standort und seiner Zukunfts­fä­hig­keit“, sagte Baubür­ger­meister Martin Haag  bei seinem Grußwort. Um die hohe Inves­ti­tion wieder reinzu­holen, müssten ja erst mal eine Menge Medika­mente dort herge­stellt werden. Haag lobte auch die Bemühungen des Pharma­un­ter­neh­mens beim Thema Nachhal­tig­keit. So wird beispiels­weise ein innova­tives Lüftungs­kon­zept instal­liert, das den Energie­ver­brauch signi­fi­kant reduzieren soll.

Bald sieben Milli­arden Tabletten jährlich

Der Standort Freiburg ist Pfizers größtes Abpack­werk fester Arznei­formen überhaupt. Ein beson­derer Schwer­punkt liegt auf der Entwick­lung und Markt­ein­füh­rung von neuen Tabletten und Kapseln. Das Arznei­mit­tel­werk wurde ursprüng­lich von der Firma Gödecke aufge­baut, die seit Ende der 1920er-Jahre zur späteren Warner-Lambert-Gruppe gehörte. Seit der Fusion von Pfizer mit der Warner-Lambert im Jahr 2000 gehört der Standort zu Pfizer.

Das Werk verar­beitet rund 40 verschie­dene Wirkstoffe und stellt daraus mehr als 200 verschie­dene Formu­lie­rungen in mehr als 3000 verschie­denen Aufma­chungen her. Jährlich produ­ziert der Pfizer Standort fünf Milli­arden Tabletten und Kapseln in mehr als 200 Millionen Arznei­mit­tel­pa­ckungen und liefert diese weltweit in über 150 Länder. Mittels der neuen Anlage will das Unter­nehmen die Produk­ti­ons­menge auf sieben Milli­arden Tabletten und Kapseln steigern. Weltweit beschäf­tigt der US-Konzern etwa 90.000 Menschen, davon etwa 1200 in Freiburg. Die neue Produk­ti­ons­an­lage soll etwa weitere 100 Jobs bringen, wenn sie, wie derzeit geplant, im Mai 2020 anläuft.

So soll die neue Produktionsanlage einst aussehen. | Skizze: Pfizer
So soll die neue Produk­ti­ons­an­lage einst aussehen. | Skizze: Pfizer

Die Baulei­tung liegt bei der Firma Wolff & Müller, Stutt­gart. Ein wesent­li­cher techni­scher Aspekt der Anlage wird das Contai­­ne­­ment-System sein, das in den kommenden Monaten einge­baut wird. Es sorgt dafür, dass keine unzuläs­sigen Fremd­stoffe in die Anlage eindringen und keine arznei­li­chen Wirkstoffe austreten. Mitbe­tei­ligt daran ist die Firma Andock­­sys­­­temd-Untch in Baden­weiler. Deren Geschäfts­führer Thomas Merle ließ es sich nicht nehmen, Werks­leiter Axel Glatz zum Richt­fest Brot und Salz zu überrei­chen – in Form einer überdi­men­sio­nalen Pfizer-Tablette. Der größere Teil der 142 Millionen Euro, die Pfizer inves­tiert, fließt in den Innen­ausbau, die techni­sche Ausstat­tung und die Produk­ti­ons­an­lagen, die instal­liert werden.

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