Start Märkte Drogerie Müller expan­diert in den Bursen­gang

Drogerie Müller expan­diert in den Bursen­gang

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Der Umbau des Bursen­gangs läuft auf vollen Touren – alle nötigen Geneh­mi­gungen liegen laut Verwalter Martin Lauby nun vor. Die Passage verschwindet, die Laden­flä­chen werden neu aufge­teilt. Der benach­barte Müller-Droge­rie­markt in der Kaiser-Joseph-Straße 208–212 wird einen Teil davon übernehmen, wie jetzt bekannt wurde. Dazu wird ein Durch­bruch geschaffen. Die Bauar­beiten sorgen aller­dings auch für Unmut. Ein Mieter aus dem Ärzte­haus, das auch zum Bursen­gang-Komplex gehört, hält die Situa­tion für völlig unzumutbar.
„Hören Sie das? Hören Sie das?” ruft Augen­arzt Egon Ungerechts empört ins Telefon. Im Hinter­grund ist das Rattern eines Press­luft­ham­mers zu vernehmen. Der Mediziner, der seit rund zwei Jahrzehnten Mieter im Bursen­gang-Ärzte­haus ist, fühlt sich vom Baulärm extrem genervt. „Ich finde einfach keine Ruhe mehr und kann bestimmte Behand­lungen gar nicht durch­führen”, klagt er. Er würde sofort ausziehen, wenn er passende Räume fände, ihm die Hausver­wal­tung den Umzug bezahlen und ihm zusichern würde, nicht wieder an einen Augen­arzt zu vermieten.
Martin Lauby, der den Gebäu­de­kom­plex im Auftrag von Inhaber Walter Pyhrr verwaltet und nun auch den Umbau abwickelt, hat grund­sätz­lich Verständnis für den Unmut der verblei­benden Mieter. „Bauar­beiten sind leider mit Lärm verbunden”, sagt Lauby.
Erst im Jahr 2010 hatte die zwei Millionen Euro teure Umgestal­tung der Bursen­gang-Fassade zur Bertold­straße hin für erheb­li­chen Baulärm gesorgt. „Auf der anderen Seite muss man sehen, dass die Mieter im Ärzte­haus vom jetzigen Umbau auch profi­tieren”, fügt Lauby hinzu. So sei man gerade dabei, einen neuen Aufzug zu instal­lieren – aller­dings mit erheb­li­cher Verspä­tung wegen bauli­cher Unwäg­bar­keiten, wie Lauby einge­steht. Nichts­des­to­trotz werde der Zugang künftig komplett barrie­re­frei möglich sein.
Außerdem werde die Sicht­bar­keit der Mieter zur Straße hin durch eine neue Beschil­de­rung deutlich verbes­sert. „Und wir inves­tieren eine Menge Geld in ein neues Schließ- und Zugangs­system, sodass die Praxen auch künftig rund um die Uhr nach Bedarf und dabei komfor­ta­bler und sicherer als bisher für Patienten erreichbar sind”, sagt Lauby.
Das ist wichtig, weil im Zuge des Umbaus die allsei­tigen Durch­gangs­mög­lich­keiten der seit dem Jahr 1880 bestehenden Passage geschlossen werden. Den innen liegenden Mietern waren die Verträge nicht verlän­gert worden. Die Verkaufs­flä­chen im Bursen­gang-Innen­raum werden neu aufge­teilt, um die Vermie­tung lukra­tiver zu machen.
Wie jetzt bekannt wurde, wird dabei auch der benach­barte Müller-Droge­rie­markt an der Kaiser-Joseph-Straße zum Zug kommen. Laut Lauby soll die Rückwand im Müller-Erdge­schoss durch­bro­chen werden.
Auf diese Weise gewinnt Müller 650 Quadrat­meter ebenerdiger Laden­fläche hinzu. Bislang verfügt der Droge­rie­markt über 3400 Quadrat­meter Verkaufs­fläche, verteilt über vier Ebenen. „Außerdem bekommt die Drogerie Müller einen zusätz­li­chen Eingang von der Univer­si­täts­straße her”, erläu­tert Lauby die Planungen.
Schon länger steht fest, dass an der Rathaus­gasse die Modekette Only eine Filiale eröffnen wird. Das Freiburger Leder­haus wird die Flächen des bishe­rigen Bursen­cafés übernehmen – und im Gegenzug sein Oberge­schoss abgeben. Diese Räumlich­keiten wieder werden nach BZ-Infor­ma­tionen dem Hotel am Rathaus­platz zugeschlagen. „Für uns ist diese Neuord­nung der Flächen eine Verbes­se­rung”, sagt Carolin Niemann, Inhaberin des Freiburger Leder­hauses, die rund 25 Menschen beschäf­tigt.
„Die Only-Räume wollen wir im August übergeben”, so Lauby. Die Umbau­ar­beiten für die Müller-Erwei­te­rung seien aufwen­diger. „Da müssen wir die Statik ändern, um die Zahl der Stützen reduzieren”, sagt der Verwalter. Im Ideal­fall soll aber vor Weihnachten Eröff­nung sein.

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