Drogerie Müller expandiert in den Bursengang

0
15
Der Freiburger Bursengang | Foto: Andreas Schwarzkopf (Lizenz CC BY-SA 3.0)
Der Freiburger Bursengang | Foto: Andreas Schwarzkopf (Lizenz CC BY-SA 3.0)

Der Umbau des Bursengangs läuft auf vollen Touren – alle nötigen Genehmigungen liegen laut Verwalter Martin Lauby nun vor. Die Passage verschwindet, die Ladenflächen werden neu aufgeteilt. Der benachbarte Müller-Drogeriemarkt in der Kaiser-Joseph-Straße 208-212 wird einen Teil davon übernehmen, wie jetzt bekannt wurde. Dazu wird ein Durchbruch geschaffen. Die Bauarbeiten sorgen allerdings auch für Unmut. Ein Mieter aus dem Ärztehaus, das auch zum Bursengang-Komplex gehört, hält die Situation für völlig unzumutbar.

„Hören Sie das? Hören Sie das?“ ruft Augenarzt Egon Ungerechts empört ins Telefon. Im Hintergrund ist das Rattern eines Presslufthammers zu vernehmen. Der Mediziner, der seit rund zwei Jahrzehnten Mieter im Bursengang-Ärztehaus ist, fühlt sich vom Baulärm extrem genervt. „Ich finde einfach keine Ruhe mehr und kann bestimmte Behandlungen gar nicht durchführen“, klagt er. Er würde sofort ausziehen, wenn er passende Räume fände, ihm die Hausverwaltung den Umzug bezahlen und ihm zusichern würde, nicht wieder an einen Augenarzt zu vermieten.

Martin Lauby, der den Gebäudekomplex im Auftrag von Inhaber Walter Pyhrr verwaltet und nun auch den Umbau abwickelt, hat grundsätzlich Verständnis für den Unmut der verbleibenden Mieter. „Bauarbeiten sind leider mit Lärm verbunden“, sagt Lauby.

Erst im Jahr 2010 hatte die zwei Millionen Euro teure Umgestaltung der Bursengang-Fassade zur Bertoldstraße hin für erheblichen Baulärm gesorgt. „Auf der anderen Seite muss man sehen, dass die Mieter im Ärztehaus vom jetzigen Umbau auch profitieren“, fügt Lauby hinzu. So sei man gerade dabei, einen neuen Aufzug zu installieren – allerdings mit erheblicher Verspätung wegen baulicher Unwägbarkeiten, wie Lauby eingesteht. Nichtsdestotrotz werde der Zugang künftig komplett barrierefrei möglich sein.

Außerdem werde die Sichtbarkeit der Mieter zur Straße hin durch eine neue Beschilderung deutlich verbessert. „Und wir investieren eine Menge Geld in ein neues Schließ- und Zugangssystem, sodass die Praxen auch künftig rund um die Uhr nach Bedarf und dabei komfortabler und sicherer als bisher für Patienten erreichbar sind“, sagt Lauby.

Das ist wichtig, weil im Zuge des Umbaus die allseitigen Durchgangsmöglichkeiten der seit dem Jahr 1880 bestehenden Passage geschlossen werden. Den innen liegenden Mietern waren die Verträge nicht verlängert worden. Die Verkaufsflächen im Bursengang-Innenraum werden neu aufgeteilt, um die Vermietung lukrativer zu machen.

Wie jetzt bekannt wurde, wird dabei auch der benachbarte Müller-Drogeriemarkt an der Kaiser-Joseph-Straße zum Zug kommen. Laut Lauby soll die Rückwand im Müller-Erdgeschoss durchbrochen werden.

Auf diese Weise gewinnt Müller 650 Quadratmeter ebenerdiger Ladenfläche hinzu. Bislang verfügt der Drogeriemarkt über 3400 Quadratmeter Verkaufsfläche, verteilt über vier Ebenen. „Außerdem bekommt die Drogerie Müller einen zusätzlichen Eingang von der Universitätsstraße her“, erläutert Lauby die Planungen.

Schon länger steht fest, dass an der Rathausgasse die Modekette Only eine Filiale eröffnen wird. Das Freiburger Lederhaus wird die Flächen des bisherigen Bursencafés übernehmen – und im Gegenzug sein Obergeschoss abgeben. Diese Räumlichkeiten wieder werden nach BZ-Informationen dem Hotel am Rathausplatz zugeschlagen. „Für uns ist diese Neuordnung der Flächen eine Verbesserung“, sagt Carolin Niemann, Inhaberin des Freiburger Lederhauses, die rund 25 Menschen beschäftigt.

„Die Only-Räume wollen wir im August übergeben“, so Lauby. Die Umbauarbeiten für die Müller-Erweiterung seien aufwendiger. „Da müssen wir die Statik ändern, um die Zahl der Stützen reduzieren“, sagt der Verwalter. Im Idealfall soll aber vor Weihnachten Eröffnung sein.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.