Arbeits­lo­sig­keit erneut gestiegen

Die Zahl der Arbeits­losen ist im Ferien­monat August erwar­tungs­gemäß angestiegen. Auch im Juli war die Zahl schon etwas angewachsen. Ende August waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg 14.015 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 715 mehr als im Juli. Die Arbeits­lo­sen­quote erhöht sich um 0,2 Punkte auf 4,4 Prozent. Erneut waren vor allem Jugend­liche von dieser Entwick­lung betroffen. Der in den Sommer­mo­naten übliche Trend erreicht durch den späten Ferien­be­ginn in Baden-Württe­m­berg regel­mäßig im August seinen Höhepunkt.
Ungeachtet dessen befindet sich der regio­nale Arbeits­markt weiter in einer robusten Verfas­sung. Heute gibt es 1.370 Arbeits­lose weniger als noch vor einem Jahr und die Arbeits­kräf­te­nach­frage ist ungebro­chen hoch. Viele Jugend­liche beenden im Sommer ihre schuli­sche oder betrieb­liche Ausbil­dung. „Wer nicht übernommen wird, muss sich meist bis nach den Sommer­fe­rien gedulden, weil Betriebe in der Ferien­zeit selten einstellen. In der Zwischen­zeit melden sich die Jugend­li­chen arbeitslos. Dasselbe gilt für dieje­nigen, die im Oktober ein Studium aufnehmen“, sagt die Vorsit­zende der Geschäfts­füh­rung der Agenturen für Arbeit Freiburg und Offen­burg, Bärbel Höltzen-Schoh. Anzei­chen für eine Verschlech­te­rung der Situa­tion auf dem regio­nalen Arbeits­markt sind ungeachtet der Unruhen auf den Finanz­märkten noch nicht erkennbar.
Im Gegen­teil, trotz Werks­fe­rien in einigen Betrieben akqui­rierte der Arbeit­geber-Service der Agentur für Arbeit Freiburg für einen August überdurch­schnitt­lich viele offene Stellen. „Die Betriebe rüsten sich für das Geschäft im Herbst“, sagt Höltzen-Schoh. Sie erwartet in den kommenden Monaten wieder sinkende Arbeits­lo­sen­zahlen.

Hohe Ausbil­dungs­be­reit­schaft der Betriebe

Auf dem Ausbil­dungs­markt gibt es deutlich mehr Lehrstellen als Bewerber. Rein rechne­risch kommen auf 100 Bewerber 117 Ausbil­dungs­stellen. In Zahlen bedeutet das einen Anstieg der gemel­deten Ausbil­dungs­stellen um 14,3 Prozent (Vorjah­res­ver­gleich) auf 3.881. Die Zahl der Bewerber ist um 3,9 Prozent auf 3.308 gestiegen. Der Bestand an unbesetzten Ausbil­dungs­stellen wuchs um 30,6 Prozent.

Die Dynamik

Im vergan­genen Monat meldeten sich 4.571 Personen neu arbeitslos. Ihnen standen 3.848 Abgänge gegen­über. Bis auf Schwer­be­hin­derte regis­trieren alle Zielgruppen weniger Arbeits­lose als noch vor einem Jahr. Im aktuellen Monat waren wegen dem Ausbil­dungs­ende vor allem Jugend­liche betroffen. Nach Rechts­kreisen ergibt sich folgendes Bild: SGB III: 5.459 Arbeits­lose (Anteil 39,0 Prozent), SGB II: 8.556 Arbeits­lose (Anteil 61,0 Prozent).

Arbeits­kräf­te­nach­frage bleibt hoch

Die Arbeits­kräf­te­nach­frage bewegt sich weiter auf hohem Niveau. Der Arbeit­geber-Service akqui­rierte im Berichts­monat 1.554 ungeför­derte offene Stellen. Das entspricht gegen­über dem Vorjah­res­monat einem Zuwachs von 274 oder 21,4 Prozent. Den größten Bedarf nach Branchen meldeten: Unter­neh­mens­nahe Dienst­leis­tungen (528 Stellen), darunter Zeitar­beit (384), Verar­bei­tendes Gewerbe (229), Gesun­d­heits- und Sozial­wesen (176). Gastge­werbe (163) und der Handel (129). Ende August lagen der Agentur für Arbeit Freiburg 3.668 Aufträge zur Stellen­be­set­zung vor.

Anstieg in allen Regionen

Vom Anstieg der Arbeits­lo­sig­keit war beson­ders die Stadt Freiburg betroffen, aber auch die anderen Regionen verzeichnen leichte Zuwächse. Nach Kreisen ergibt sich folgendes Bild: Freiburg Stadt: 6.825 Arbeits­lose (+419), 6,5 Prozent (+0,4); Breisgau-Hochschwar­z­­wald: 4.476 Arbeits­lose (+197), 3,5 Prozent (+0,2) und Landkreis Emmen­dingen: 2.714 Arbeits­lose (+163), 3,0 Prozent (+0,2).
Nach Geschäfts­stel­len­be­zirken: Raum Emmen­dingen: 2.075 Arbeits­lose (+118), 3,2 Prozent (+0,1), Elztal: 639 Arbeits­lose (+39), 2,9 Prozent (+0,1); Markgräf­ler­land: 969 Arbeits­lose (+33), 3,8 Prozent (+0,1), Hochschwarz­wald: 682 Arbeits­lose (+27), 3,3 Prozent (+0,1); Freiburg Stadt mit Umland: 9.650 Arbeits­lose (+501), 5,1 Prozent (+0,2).

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