Arbeits­lo­sen­zahl auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 1992

Die Zahl der Arbeits­losen ist im Monat Juni auf den niedrigsten Stand seit Dezember 1992 gesunken. Zum Stichtag waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg 13.127 Personen arbeitslos gemeldet und damit 440 weniger als noch im Mai. Die Arbeits­lo­sen­quote sank um 0,1 Punkte auf jetzt 4,1 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote 4,3 Prozent. Für die anhal­tend gute Entwick­lung auf dem Arbeits­markt ist vor allem die stabile Konjunktur verant­wort­lich.
Insge­samt sinkt die Arbeits­lo­sig­keit in der Wirtschafts­re­gion Freiburg aber vergleichs­weise moderat. Auf Sicht von einem Jahr betrug der Rückgang 7,6 Prozent, in der Stadt Freiburg „nur“ 2,6 Prozent, in Baden-Württe­m­berg dagegen waren es 18,6 Prozent und in Rottweil sogar 32,2 Prozent.

Ältere Arbeits­lose offenbar vermehrt gefragt

„Arbeit­geber stellen zuneh­mend auch berufs- und lebens­er­fah­rene Bewerber ein“, stellt die Vorsit­zende der Geschäfts­füh­rung der Agenturen für Arbeit Freiburg und Offen­burg, Bärbel Höltzen-Schoh fest. Der neue Trend ist in vielen Berufen beobachtbar, wie nachfol­gende Beispiele zeigen: 56-Jährige als Filial­lei­terin, 59-Jähriger als Software­ent­wickler, 56-Jährige als Indus­trie­kauf­frau, 57-Jähriger als Lager­leiter, 55-Jährige als Pharma­re­fe­rentin, 61-Jähriger als Vertriebs­leiter, 62-Jährige als Bürokauf­frau, 63-Jähriger als Hausmeister, 59-Jährige als Medizi­­nisch-Techni­­sche-Radio­­lo­gie­as­­sis­­tentin, 62-Jähriger als Schweißer oder 58-Jähriger als Fachkraft Quali­täts­ma­nage­ment. Die Situa­tion älterer Arbeits­loser hat sich erst allmäh­lich verbes­sert. Seit Beginn des Jahres nimmt ihre Zahl konti­nu­ier­lich ab und im Juni waren erstmals seit Ende der Wirtschafts­krise wieder weniger Ältere arbeitslos gemeldet als ein Jahr zuvor. „Darüber freue ich mich. Das Poten­zial älterer Arbeit­nehmer ist aber längst nicht ausge­schöpft. Angesichts der demogra­fi­schen Entwick­lung sollten Unter­nehmen weiter in diese Gruppe inves­tieren“, sagt Höltzen Schoh.

Mehr Lehrstellen als Bewerber

Auf dem Ausbil­dungs­markt gibt es deutlich mehr Lehrstellen als Bewerber. Rein rechne­risch kommen auf 100 Bewerber 116 Ausbil­dungs­stellen. In Zahlen bedeutet das einen Anstieg der gemel­deten Ausbil­dungs­stellen um 15,7 Prozent (Vorjah­res­ver­gleich) auf 3.628. Die Zahl der Bewerber ist um 5,3 Prozent auf 3.136 gestiegen. Der Bestand an unbesetzten Ausbil­dungs­stellen wuchs um 22 Prozent.

Nicht alle Arbeits­losen profi­tieren

Im vergan­genen Monat meldeten sich 3.514 Personen neu arbeitslos. Ihnen standen 3.952 Abgänge gegen­über. Bis auf Schwer­be­hin­derte regis­trieren alle Zielgruppen weniger Arbeits­lose als noch vor einem Jahr. Von der guten Entwick­lung auf dem Arbeits­markt profi­tieren beson­ders die kurzfristig Arbeits­losen. Während die Zahl der Arbeits­losen im Versi­che­rungs­be­reich (SGB III) im vergan­genen Monat um 5,8 Prozent sank, waren es im
Bereich der Grund­si­che­rung (SGB II) ledig­lich 1,7 Prozent. Nach Rechts­kreisen ergibt sich folgendes Bild: SGB III: 4.846 Arbeits­lose (Anteil 36,9 Prozent), SGB II: 8.281 Arbeits­lose (Anteil 63,1 Prozent).

Arbeits­kräf­te­nach­frage auf hohem Niveau

Die Arbeits­kräf­te­nach­frage bewegt sich weiter auf hohem Niveau. Der Arbeit­ge­ber­Ser­vice akqui­rierte im Berichts­monat 1.556 ungeför­derte offene Stellen. Das entspricht gegen­über dem Vorjah­res­monat einem Zuwachs von 493 oder 46,4 Prozent. Den größten Bedarf nach Branchen meldeten: Unter­neh­mens­nahe Dienst­leis­tungen (539 Stellen), darunter Zeitar­beit (416), Verar­bei­tendes Gewerbe (181), Handel (163), Gastge­werbe (162),
und das Gesun­d­heits- und Sozial­wesen (157). Ende Mai lagen der Agentur für Arbeit Freiburg 3.601 Aufträge zur Stellen­be­set­zung vor.

Entlas­tung in allen Regionen

Die stabile Konjunktur sorgte in allen Regionen des Agentur­be­zirks für Entlas­tung. Nach Kreisen ergibt sich folgendes Bild: Freiburg Stadt: 6.297 Arbeits­lose (-145), 6,0 Prozent (-0,1); Breisgau-Hochschwar­z­­wald: 4.279 Arbeits­lose (-171), 3,3 Prozent (-0,1) und Landkreis Emmen­dingen: 2.675 Arbeits­lose (-124), 3,0 Prozent (-0,1). Nach Geschäfts­stel­len­be­zirken: Raum Emmen­dingen: 1.972 Arbeits­lose (-51), 3,1 Prozent (-0,1), Elztal: 579 Arbeits­lose (-73), 2,7 Prozent (-0,3); Markgräf­ler­land: 893 Arbeits­lose (-51), 3,5 Prozent (-0,1), Hochschwarz­wald: 663 Arbeits­lose (-40), 3,2 Prozent (-0,2); Freiburg Stadt mit Umland: 9.020 Arbeits­lose (-254), 4,8 Prozent (-0,1)