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Nur für Männer

Dass beim einstigen Gotthart-Gebäude in der Schus­ter­straße 1 in Freiburg nun gründ­lich umgebaut wird, ist  nicht zu übersehen. Dort entsteht ein neues Fachge­schäft für Herren­ober­be­klei­dung, eine weitere Depen­dance des Modehauses Kaiser. In Person von Mitin­haber Gerhard Kaiser hatte das Famili­en­un­ter­nehmen im Frühjahr 2008 die tradi­ti­ons­reiche Gotthart-Immobilie übernommen.
Über die Höhe des Kaufpreises hüllt sich Gerhard Kaiser in Schweigen. Darüber, was aus dem denkmal­ge­schützten Gebäude in den kommenden Monaten werden soll, spricht er indessen gerne – und mit erkenn­barer Begeis­te­rung. Insge­samt 3,5 Millionen Euro werden in Sanie­rung und Neuge­stal­tung der Räumlich­keiten fließen. Auf vier Etagen schafft Kaiser dort 900 Quadrat­meter Verkaufs­fläche. Zum Vergleich: Das Kaiser-Herren­­mo­­de­haus an der Kaiser-Joseph-Straße (direkt neben der Herder-Thalia-Buchhan­d­­lung) verfügt über 1300 Quadrat­meter Verkaufs­fläche, das benach­barte Damen­haus über knapp 5000 Quadratmeter.
Am neuen Standort will Kaiser künftig Freizeit­mode für Herren anbieten, Casual Wear, wie es im Branchen­jargon heißt. Heinz-Peter Böker, Geschäfts­führer des Kaiser-Herren­­mo­­de­hauses, der damit auch für die Filiale in der Schus­ter­straße die Verant­wor­tung tragen wird, sieht eine große Nachfrage nach neuen Angeboten in diesem Segment. „Wir  präsen­tieren diese Mode ja schon am alten Standort, aller­dings ist dort der Platz einfach zu beschränkt, um die Marken wirklich angemessen darzu­stellen. Wir nehmen aber wahr, dass unsere Kunden in diesem Bereich gerne mehr sehen würden“, so Böker. Entschei­dend werde der Markenmix sein. Böker: „Wir werden eben nicht beispiels­weise S.Oliver-Ware anbieten, sondern Mode, die es ansonsten nicht so oft zu kaufen gibt.“
Mit der Expan­sion in die Schus­ter­straße passt Kaiser die eigenen Flächen­ver­hält­nisse der Struktur des Modemarkts hierzu­lande an. Gerhard Kaiser; „In Deutsch­land werden etwa zwei Drittel des Branchen­um­satzes mit Damen­mode gemacht und ein Drittel mit Herren­mode.“ In etwa so werden sich nach der Erwei­te­rung auch bei Kaiser die Verkaufs­flä­chen für die beiden Geschlechter zuein­ander verhalten.
Die zusätz­liche Fläche will Böker  dazu nutzen, die Sorti­mente etwas zu entzerren. An der Schus­ter­straße wird es  zum Beispiel keine Anzüge zu kaufen geben, dafür soll das ganze Unter­ge­schoss in eine „Denim-Welt“ mit einem umfang­rei­chen Jeans-Angebot verwan­delt werden. Auf allen Etagen erwartet die Kunden lässiger Chic. „Am bishe­rigen Standort hingegen wird es zum Teil zwar auch Freizeit­mode geben, insge­samt  wird dort das Angebot aber hochwer­tiger, ja auch großstäd­ti­scher sein“, so Böker. Die gesamte „Formal Wear“, also Anzüge und Abend­gar­de­robe, konzen­triert Kaiser im Herren­haus an der Kaiser-Joseph-Straße.
„Am neuen Standort wollen wir eine warme Atmosphäre schaffen, die zu dem dortigen Sorti­ment passt“, so Gerhard Kaiser.  Die Innen­aus­stat­tung konzi­piert das Stutt­garter Archi­tek­tur­büro Blocher, Blocher & Partner. Die Verant­wor­tung für die Sanie­rung und den Umbau hat das Freiburger  Büro Schäfer,  Theissen, Kaelble  & Albanbauer.
Derzeit wird das Dach erneuert. Zu den weiteren wesent­li­chen Verän­de­rungen gehört die Verle­gung des Eingangs in die Gebäu­de­mitte und eine große Freitreppe über alle vier Etagen. Wenn der Bau nach Plan verläuft, wird das neue Geschäft im August in Betrieb gehen. Die offizi­elle Eröff­nung ist für September vorgesehen.
Nach Angaben von Kaiser und Böker entstehen durch die Erwei­te­rung 18 zusätz­liche Arbeits­plätze. Bisher sind bei Kaiser insge­samt rund 260 Menschen beschäftigt.

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