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„Wir müssen Aufklä­rungs­ar­beit leisten”

Knapp zwei Dutzend Gewer­be­trei­bende und Freibe­rufler aus dem Raum Freiburg sind es mittler­weile, die vom Start weg dabei sein wollen, wenn am 15. November die ersten Freitaler-Scheine in Umlauf kommen. Sie werden das neue Regio­geld annehmen und sich teilweise in der Ergän­zungs­wäh­rung bezahlen lassen. Ich habe mit Verena Walter gespro­chen, die in Merzhausen eine Medien­agentur betreibt und ehren­amt­lich das Freitaler-Projekt als Presse­spre­cherin vorantreibt.
Holger Schindler: Manfred Noppel, der Geschäfts­führer des Einzel­han­des­ver­bands Südbaden, hat den Freitaler als Marke­­ting-Gag bezeichnet. Was antworten Sie darauf?
Verena Walter: Wir waren natür­lich im Vorstand des Freitaler-Vereins etwas überrascht über diese Äußerung von Manfred Noppel. Es zeigt uns, dass wir noch ganz viel Aufklä­rungs­ar­beit leisten müssen.Ich will mit Herrn Noppel Kontakt aufnehmen, um ihm die Chancen von Regio­geld für den Handel einmal ausführ­lich darzu­legen. Es bliebe nämlich mehr Kaufkraft vor Ort erhalten.
Schindler: Sie führen in Merzhausen eine Medien­agentur mit Schwer­punkt Film. Was bringt Sie dazu, daneben ehren­amt­lich für den Freitaler Stimmung zu machen?
Walter: Ich merke bei meiner Arbeit, dass bei vielen Firmen in der Region zwar der Wunsch da ist, sich mit Video-Produ­k­­tionen zu profi­lieren, aber es mangelt eben oft am Budget. Also bekomme ich keinen Auftrag. Nun bin ich aber sicher, dass ein gut funktio­nie­rendes Regio­geld die Wirtschafts­kreis­läufe im Raum Freiburg beleben würde. Die Unter­nehmen hätten mehr Geld, ich bekäme mehr Aufträge – und könnte wiederum mehr Arbeit an freie Mitar­beiter verteilen. So habe ich durchaus ein gewisses Eigen­in­ter­esse am Gelingen des Freitaler-Projekts.
Schindler: Vervoll­stän­digen Sie bitte den Satz: In drei Jahren ist der Freitaler…
Walter: …auf jeden Fall ein aller­seits anerkanntes regio­nales Zahlungs­mittel. Und er dient unseren Schülern als Anschau­ungs­ob­jekt, um wieder besser zu verstehen, wie Wirtschafts­kreis­läufe eigent­lich funktionieren.

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