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    Wow, das geht!

Ein Siegel, viele Fragen

Als erstes Vier-Sterne-Haus hat sich das Freiburger Gesundheitsresort an den Thermen vom Deutschen Wellnessverband als Gastgeber für “Medical Wellness” zertifizieren lassen – und positioniert sich somit eindeutig auf dem Tourismusmarkt. Und dies, obwohl nur rund jeder Fünfte eine Ahnung hat, was damit gemeint ist, wie der Wellnessverband selbst einräumt. Doch das Resort will mit seinen Pfunden, der Kombination aus Hotel und Rehaklinik, wuchern.

“Wir haben uns entschlossen, den Weg der Zertifizierung zu gehen, um uns ein schärferes Profil als Gastgeber und Dienstleister zu geben”, sagt Sabine Sommer, beim Resort zuständig für das Marketing. Das Resort, das sich aus dem Dorint-Hotel an den Thermen mit derzeit 70 Zimmern und der Mooswald-Rehaklinik mit 80 Betten zusammensetzt, aber unter einheitlicher Leitung steht, wird nun alle zwei Jahre vom Wellnessverband geprüft. “Wir bringen durch die Klinik und das ärztliche und physiotherapeutische Fachpersonal dort schon viele Voraussetzungen für das Zertifikat mit”, sagt Sommer. In manchen Punkten musste aber noch nachgebessert werden. So mussten auf der Außenterrasse eigens Rauchbereiche ausgewiesen werden. Die allgemeine Raucherlaubnis draußen ging zu weit.

Bundesweit erst drei Betriebe zertifiziert

“Bisher haben bundesweit überhaupt erst drei Betriebe dieses Zertifikat erhalten”, sagt Lutz Hertel, der Chef des Wellnessverbands, welcher als maßgeblicher Qualitätshüter der Branche gilt. Nur jeder fünfte Verbraucher wisse gegenwärtig, was “Medical Wellness” überhaupt sei, sagt Hertel. Dies habe eine Studie gezeigt. “Obwohl es also oft viele Fragen gibt, ist diese Auszeichnung dennoch wertvoll und wichtig für jene Unternehmen, die es tragen.” Denn sie sei eben recht exklusiv und gebe klar vor, wie die Ausrichtung des betreffenden Hauses sei.

Impulse für gesünderen Lebensstil

“Medical Wellness” sei wesentlich mehr als bloßes Verwöhnen-Lassen und Entspannen, erklärt Sabine Sommer. “Das ist zwar auch enthalten – wir haben ja Massagen und Schönheitsbehandlungen im Programm”, so Sommer weiter, “aber letztlich bieten wir den Gästen an, ihnen Impulse für einen langfristig gesünderen Lebensstil mitzugeben.” Dazu gehören als zentrales Element auf Wunsch medizinische Untersuchungen und Empfehlungen. Sommer: “Das ist kein Muss, sondern ein Angebot.”

Erweiterung für 8,2 Millionen Euro unterwegs

Die Mooswald-Rehaklinik, die je hälftig Kassen- und Privatpatienten aufnimmt, ist dazu eng mit dem Hotel verzahnt. Man teilt sich die Trainingsflächen, die Klinik wird aus der Hotelküche bekocht. Im Hotel sind derzeit 70 Menschen beschäftigt, in der Mooswaldklinik 130 weitere. 6,5 Stellen entfallen auf Ärzte, weitere 30 Stellen auf Physio- und Sporttherapeuten. Zuletzt zählte man knapp 53 000 Übernachtungen, was einer Auslastung von etwa 75 Prozent entspricht. Derzeit wird das 1991 eröffnete Hotel für 8,2 Millionen Euro um 32 Zimmer und fünf Suiten erweitert.