Arbeitslosigkeit steigt zu den Sommerferien hin an

Im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg umd 429 gestiegen und liegt damit bei 14.651. Die Arbeitslosenquote erhöht sich somit um 0,1 Punkte auf 4,6 Prozent. Das teilt die Agentur in ihrem Monatsbericht mit. Für den Anstieg ist demnach vor allem das Ausbildungsende an zahlreichen Schulen verantwortlich. Alleine bei den Jugendlichen stieg die Zahl der Arbeitslosen um 236. Die Arbeitslosenquote der unter 25-jährigen erhöhte sich um 0,6 Punkte auf 2,8 Prozent. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit vor den Sommerferien ist allgemein erwartet worden. Die Prognosen für den regionalen Arbeitsmarkt seien aber weiter optimistisch. Für die Zeit nach den Sommerferien erwartet die Agentur für Arbeit Freiburg wieder sinkende Arbeitslosenzahlen.

„Ich bin beeindruckt, wie schnell der Arbeitsmarkt die Krise überwunden hat. Darüber freue ich mich. Aber vor uns stehen noch wichtige Aufgaben“, sagt die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agenturen für Arbeit Freiburg und Offenburg, Bärbel Höltzen-Schoh. Im ländlichen Raum sei die Langzeitarbeitslosigkeit wieder leicht angestiegen. Ein Mittel gegen diesen Trend könne das Modellprojekt „Bürgerarbeit“ werden.

Kurzarbeit

Immer weniger Unternehmen planen mit Kurzarbeit. Im Juni zeigten lediglich zwölf Betriebe für insgesamt 62 Arbeitnehmer Kurzarbeit neu an. Wie viel davon tatsächlich Kurzarbeit in Anspruch nehmen werden, ist heute noch völlig offen. Ende März befanden sich noch 4.497 Beschäftigte in 376 Betrieben in Kurzarbeit. Für das zweite Quartal rechnet die Agentur für Arbeit Freiburg mit deutlich rückläufigen Zahlen. Offizielle Zahlen dazu
liegen Ende August vor.

Dynamik am Arbeitsmarkt

Im vergangenen Monat meldeten sich 4.546 Personen neu arbeitslos. Ihnen standen 4.131 Abgänge gegenüber. Belastet wurde der Arbeitsmarkt vor allem durch das Ausbildungsende an Bildungseinrichtungen. Jede dritte Arbeitslosmeldung resultierte im Anschluss an eine schulische oder berufliche Aus- oder Weiterbildung. Während die Berufe im produzierenden Gewerbe weiter von der guten Konjunktur profitieren, war das Bild bei den Dienstleistungsberufen deutlich uneinheitlicher.

Struktur der Arbeitslosen

Bis auf Ältere und Schwerbehinderte hat sich binnen Jahresfrist die Zahl der Arbeitslosen bei allen Personengruppen verringert. In den beiden Landkreisen stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen allerdings leicht an. Nach Rechtskreisen ergibt sich folgendes Bild:
SGB Ⅲ: 5.994 Arbeitslose (Anteil 40,9 Prozent), SGB Ⅱ: 8.657 Arbeitslose (Anteil 59,1 Prozent).

Arbeitskräftenachfrage

Die hohe Zahl an offenen Stellen, die im Juli neu gemeldet wurden, ist ein weiterer Hinweis für die robuste Verfassung des Arbeitsmarkts. Der Arbeitgeber-Service akquirierte im Berichtsmonat 1.119 ungeförderte offene Stellen. Das entspricht gegenüber dem Vormonat einem Zuwachs von 56 oder 5,3 Prozent. Den größten Bedarf nach Branchen meldeten: Unternehmensnahe Dienstleistungen (460 Stellen), darunter Zeitarbeit (373), Verarbeitende Gewerbe (122), Gesundheits- und Sozialwesen (105), Handel (95) und das Gastgewerbe (87). Nach Berufen ergibt sich folgendes Bild (über 30 Stellen): Bürofachkräfte (59), Köche (56), Reinigungskräfte (55), Ingenieure und Techniker (55), Reinigungskräfte (55), Einzelhandelskaufleute/Verkäufer (53), Lagerarbeiter (39), Elektroinstallateure (38), Kraftfahrzeugführer (31). Ende Juli lagen der Agentur für Arbeit Freiburg 2.618 Aufträge zur Stellenbesetzung vor.

Entwicklung nach Regionen

Mit Ausnahme des Hochschwarzwalds stieg die Arbeitslosigkeit in allen Regionen des Agenturbezirks. Im einzelnen: Raum Emmendingen: 2.199 Arbeitslose (+11), 3,4 Prozent (unverändert), Elztal: 736 Arbeitslose (+41), 3,4 Prozent (+0,2); Markgräflerland: 1.017 Arbeitslose (+22), 4,1 Prozent (+0,1), Hochschwarzwald: 767 Arbeitslose (-13), 3,7 Prozent (unverändert); Freiburg Stadt mit Umland: 9.932 Arbeitslose (+368), 5,3 Prozent (+0,2).

Nach Kreisen ergibt sich folgendes Bild: Freiburg Stadt: 6.454 Arbeitslose (+243), 6,4 Prozent (+0,2); Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald: 5.019 Arbeitslose (+134), 3,9 Prozent (+0,1) und Landkreis Emmendingen: 2.883 Arbeitslose (+52), 3,4 Prozent (unverändert).

Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt

Für das laufende Ausbildungsjahr 2009⁄2010 meldeten die Unternehmen bislang 3.245 Ausbildungsstellen. Das entspricht im Vorjahresvergleich einem Zuwachs von 3,8 Prozent. Die Zahl der gemeldeten Bewerber um eine Berufsausbildungsstelle stieg um 12,1 Prozent auf 3.099. Rein rechnerisch kommen auf 100 Bewerber 105 Ausbildungsstellen.


Dieser Beitrag stammt vom
Freitag, 30. Juli 2010.

Lesedauer: 2 Minute(n) und 30 Sekunden

Rubrik: Karriere

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