Tief durchatmen heißt momentan die Devise bei der Freiburger Filiale der insolventen Karstadt-Warenhauskette, nachdem nun festeht, dass Nicolas Berggruen als Investor auftreten und das Unternehmen kaufen wird. Olaf Kather, seit drei Jahren Geschäftsführer der Freiburger Filiale, machte auf Anfrage allerdings deutlich, dass die Kuh damit noch immer nicht vom Eis ist.
Kather: „Die Entscheidung für Berggruen als Investor war ein sehr wichtiger Schritt. Nun stehen jedoch erst einmal weitere intensive Verhandlungen in Essen auf dem Programm und das Kartellamt muss der Sache ebenfalls noch seinen Segen geben. Und dann muss schließlich der eigentliche Kaufvertrag unterzeichnet und das Insolvenzverfahren aufgehoben werden.“ Damit sei nach derzeitigem Stand wohl etwa Ende August zu rechnen. Bis dahin werde man sich in Freiburg weiterhin mit ganzer Kraft dem Tagesgeschäft widmen und das Beste für die Kundschaft geben.
Für die Zukunft der Freiburger Karstadt-Dependance mit ihren 265 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf 160 Vollzeitstellen – hinzu kommen die rund 140 Beschäftigten der Partner-Unternehmen im Haus – ist Kather indes nach wie vor sehr optimistisch. Die Geschäfte an der Kaiser-Joseph-Straße seien auch während der Insolvenz „sehr zufriedenstellend“ verlaufen. Dies werde zweifelsohne Berücksichtigung finden, wenn in Essen doch noch über das weitere Schicksal einzelner Standorte entschieden werden sollte. „Ein Siegerpferd nimmt man nicht einfach so von der Rennbahn“, so Kather. Die 1968 eröffnete, insgesamt 19500 Quadratmeter große Filiale in Freiburg gehört gehört flächenmäßig zu den mittelgroßen Karstadt-Häusern. Insgesamt verfügt das Unternehmen über 120 Filialen. Auch in Freiburg gehört das Gebäude, worin Karstadt seinen Sitz hat, dem Immobilienkonsortium Highstreet, das ebenfalls gerne als Investor zur Übernahme des Handelsunternehmens zum Zug gekommen wäre.

