Verwaist und zum Verkauf: die Sanafontis-Klinik

Das Gebäude der Sanafontis-Tumorklinik beim Freiburger Eugen-Keidel-Bad, die Ende September ziemlich kurzfristig den Betrieb eingestellt hat, steht nun offenbar zum Verkauf – für rund 25 Millionen Euro. Der Eigentümer des 1997 errichteten Baus hat seinen Sitz in einem Emirat am Persischen Golf.

Die Betreibergesellschaft Alpine GmbH hatte im Herbst die Klinik geschlossen – aus wirtschaftlichen Gründen, wie es hieß. Im Zuge der Schließung verloren in mehreren Schritten mindestens knapp 80 Menschen ihren Arbeitsplatz (Siehe auch unter www.sanafontis.com).

Es ist ein dicker Brocken, der da auf den Immobilienmarkt kommt. Bei einer Grundstücksgröße von rund 12.000 Quadratmetern verfügt der Bau über eine Bruttogrundfläche von etwa 10.000 Quadratmetern. Bis zu 120 Betten könnten dort Platz finden, falls wieder ein Klinkbetreiber dort einziehen sollte. Wie ich erfahren hab, beträgt der gutachterliche Schätzwert für die Liegenschaft knapp 25 Millionen Euro.

Derzeit liegt der Komplex fast völlig verwaist da. Nur der Hausmeister und Aufsichtspersonal halten offenbar noch die Stellung. Die bis zum Ende verbliebenen rund 65 Mitarbeiter des „Internationalen Kompetenzzentrums für ganzheitliche Krebsmedizin und klinische Krebsforschung“ – so nannte sich die Klinik offiziell – hatten etwa einen Monat vor Schließung erfahren, dass sie ihren Job verlieren würden. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte damals, dass die Alpine GmbH keinen Sozialplan vorlegt hatte, um die Auswirkungen fürs Personal abzufedern.

Die medizinischen Daten der Sanafontis-Patienten werden im Auftrag vom Freiburger Systemhaus „Computer nach Maß“ im Rieselfeld verwaltet. Dort können sie bei Bedarf angefordert werden.

Zum letztlich gescheiterten Geschäftsmodell der Privatklinik hatte es gehört, zahlungskräftige Krebspatienten aus dem Ausland, insbesondere aus Russland und dem arabischen Raum, zu behandeln. Bevor die Alpine GmbH mit Sanafontis im Frühjahr 2006 in das Gebäude eingezogen war, hatte die Medianklinik in dem gediegenen Ambiente residiert und dort Rehabilitations- und Kurzzeitpflegeplätze angeboten.

Die Medianklinik ist danach nach Bad Krozingen umgezogen. Laut Doris Ruland-Zimmer, die seitens Alpine mit der Verwertung der Immobilie betraut ist, gibt es schon Interessenten aus dem Pflege- und Kliniksektor. Damit könnten auch die Arbeitsplätze wieder neu entstehen.


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