Alle Jahre wieder: Unter dem Motto „Handwerk – eine starke Mannschaft“ fand am Samstag in der Oberrheinhalle in Offenburg die Meisterfeier 2009 der Freiburger Handwerkskammer statt. Dabei erhielten 436 Jungmeisterinnen und Jungmeister ihren Meisterbrief. Kammerpräsident Martin Lamm, der in Kürze sein Amt abgibt, bezeichnete die Meister als „Spielführer“ in der „stärksten Mannschaft des Mittelstands“. Der parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium, Steffen Kampeter forderte ein Wirtschaften mit Maß in der Mitte und lobte das Handwerk als Wirtschaftszweig mit Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein.
Alle kamen in den eigens gefertigten Fußballtrikots. Die 436 Meisterinnen und Meister des Jahres 2009. Über soviel Mannschaftsgeist freute sich der scheidende Kammerpräsident Martin Lamm. „Wir bekommen jedes Jahr eine Meisterfeier hin – das schafft nicht einmal Bayern München!“ Selbstbewusst begrüßte Kammerpräsident Martin Lamm die neuen Meister. Für Lamm war es die 14. und letzte Meisterfeier als Kammerpräsident. Sichtlich bewegt erhob er am Schluss seines Grußworts die Meister in den Meisterstand. „Jetzt als Meister sind Sie Spielführer, Gestalter, zentrale Anspielstationen im Betrieb“ rief Lamm den Jungmeistern zu und ermunterte Sie mit Tatkraft voranzuschreiten. Von allen sei heute Offensivspiel erforderlich, so Lamm, wenn man weiterhin in der „ersten Wirtschaftsliga“ mitspielen wolle. Dies gelte für jeden Meister, jeden Betrieb ebenso wie für die Handwerksorganisationen. Sie hätten die Pflicht, sich optimal für die Belange des Handwerks einzusetzen, so Lamm. Von Politik, der Gesellschaft, Kammern und Verbänden verlangte Lamm „alles dafür zu tun, dass die Zukunftsträger des Mittelstandes ihre Spiel- und Leistungsfreude nicht verlören“.
Offenburg setzt auf Handwerk und Mittelstand
Edith Schreiner, Oberbürgermeisterin der Stadt Offenburg, freute sich, das Handwerk bei dieser Großveranstaltung in Offenburg willkommen heißen zu dürfen und gratulierte ebenfalls den Jungmeisterinnen und Jungmeistern zu ihrem Erfolg. Sie betonte die Bedeutung der Handwerksbetriebe als wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Region. Die Stadt Offenburg habe dies seit langem erkannt und setze bei der Vergabe der Mittel aus den Konjunkturprogrammen konsequent auf die Förderung des Handwerks und des Mittelstandes.
Steffen Kampeter: Wirtschaften mit Maß und Mitte
Steffen Kampeter, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, traf in seiner Festrede den Ton des Mittelstands. Der nach eigenen Worten „nur als Ersatzspieler für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eingewechselte“ Ostwestfale traf die Tonlage des Handwerks und des Mittelstandes und erhielt viel Zuspruch aus dem Publikum.
Verantwortliches Handeln und ein Wirtschaften mit Maß und Mitte forderte Kampeter ein und verwies dabei auf die Kernelemente der sozialen Marktwirtschaft. Wirtschaft sei mehr als das Streben nach Gewinn sondern setze gesellschaftliche Verantwortung voraus. Gerade in schwierigen Zeiten zeige sich, dass Stillstand keine Option sein dürfe und Entscheidungen immer verantwortungsvoll gefällt werden sollten. Vor allem im Bereich der Ausbildung sieht er die neuen Meisterinnen und Meister in der Pflicht. „Sie haben eine gute Ausbildung genossen, lassen Sie eine solche Ausbildung nun auch ihren Lehrlingen zu Gute kommen.“ Auch auf die in einer Kammerumfrage im Sommer 2009 thematisierte Kreditklemme ging Kampeter in seiner Festrede. Die schlechteren Kreditkonditionen träfen einige Handwerker stark; vor allem Existenzgründer, zu denen viele Jungmeister gehören, hätten immer größere Start-Schwierigkeiten.
Grenzüberschreitendes Zusammenspiel
Dass die Mannschaft des Handwerks auch grenzüberschreitend zusammenspielt, zeigte sich auf der Meisterfeier diesmal deutlich. Erstmals nahmen 11 Friseurmeisterinnen an der Veranstaltung teil, die Ihre Meisterprüfung in Frankreich und Deutschland abgelegt haben. Sie können nun auf beiden Seiten des Rheins ihr Handwerk ausüben.
Acht Förderpreise verliehen
Neben den Meisterbriefen wurden zudem acht Förderpreise an herausragende Jungmeister verliehen. Die mit insgesamt 23.000 Euro dotierten Preise wurden von acht Förderern und Stiftern ermöglicht. Erstmalig verliehen wurde in diesem Jahr der von der Firma Emil Färber GmbH & Co. KG gestiftete Willy-Kempter-Preis.

