Der Neustart wird nicht einfach

In wenigen Wochen, am 29. November, jährt sich der desaströse Großbrand beim Metzgereibetrieb Gruninger im Freiburger Industriegebiet Nord. Seit Juni ist der neue Firmensitz an der Blank-reutestraße in Hochdorf im Bau. Insgesamt knapp 30 Millionen Euro investiert die Inhaberfamilie dort. Wie es derzeit aussieht, läuft alles nach Plan und die Produktion kann im April 2010 wieder starten. Die Zwangspause wirft das Unternehmen aber trotz allem zurück.

„Wir werden zum Neustart wohl nur mit 50 bis 60 Prozent unseres ursprünglichen Umsatzes beginnen können“, sagt Michahel Gruninger, der 31-jährige Juniorchef, der gemeinsam mit seinem 68-jährigen Vater Edgar Gruniger die Firma führt. Zwar habe man die Produktion teilweise bei anderen Fleischverarbeitungsbetrieben quasi zur Untermiete weiterführen können – aber eben nur teilweise. Michael Gruninger: „Viele Kunden mussten sich, weil wir nicht weiter liefern konnten, andere Bezugsquellen suchen. Die zurückzugewinnen wird harte Arbeit und sicherlich zwei bis drei Jahre dauern.“

Man werde die Zahl der Produkte eindampfen und sich auf die eigenen Stärken konzentrieren. Dazu gehöre insbesondere der Schwarzwälder Schinken, aber etwa auch Schäufele und Wurstsalat. Ausgebaut werde das Angebot an vorgeschnittenen Wurst- und Fleischwaren.

Fabrikverkauf als
neuer Absatzkanal

Als neuer Absatzkanal ist ein Fabrikverkauf geplant. „Dort bekommt man unsere Erzeugnisse ohne große Beratung zu besonders günstigen Preisen. Das ist eine sehr gute Ergänzung zu unserer Filiale in der Stadtmitte“, erläutert der Juniorchef.

Trotz der nicht geraden einfachen Ausgangslage will Gruninger von den einst etwa 210 Beschäftigten den überwiegenden Teil halten. Die Startmannschaft soll rund 180 Köpfe umfassen. Bisher werden alle Gruninger-Mitarbeiter regulär weiterbezahlt, auch wenn sie, was teilweise der Fall ist, nicht voll arbeiten – eine Ausfallversicherung macht dies möglich. Eine andere Versicherung ersetzt den Brandschaden selbst, was aber die Kosten für den Neubau nur zum Teil deckt. „Wir mussten schon gut überlegen, wie viel Kapital wir in den Neubau stecken, denn wir brauchen auch eine gewisse Reserve für die Anfangsjahre.“

Der Rohbau des neuen Produktionsgebäude steht mittlerweile, 13 Meter hoch, 120 Meter lang und 80 Meter breit. Das Dach ist drauf, der Hallenboden wird heute fertig betoniert. „Der Bau ist bisher wirklich besser als erhofft gelaufen“, so Michael Gruninger. , „mit unserem Architekten Udo Schmidt aus Hof haben wir einen Glücksgriff gemacht.“ Die Herstellungsfläche wird mit 10500 Quadratmetern etwa so groß sein wie die alte, aber eine rund ein Drittel größere Verarbeitungskapazität von 13000 bis 14000 Tonnen pro Jahr aufweisen.

Befürchtungen, der Neubau könne für Hochdorf Verkehrs- und Geruchsprobleme bringen, weist Michael Gruninger zurück: „Unser Lkw-Aufkommen ist im Vergleich zu dem unserer Nachbarn hier, darunter eine Spedition, minimal. Und unsere Geruchsemissionen sind alle im gesetzlichen Rahmen. Ich garantiere, dass man in Hochdorf nichts von uns riecht.“

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