Neuer Intersolar-Ableger in Indien

Test!

Die Solartechnik-Branchenmesse Intersolar ist für Freiburgs städtische Messegesellschaft FWTM das mit Abstand beste Pferd im Stall. Oder besser gesagt: die beste Kuh – nämlich die beste “Cash Cow”, wie im Manager-Jargon solide Hauptumsatzträger heißen. Jetzt startet ein Intersolar-Ableger in Indien.

Rund die Hälfte des Messeumsatzes von insgesamt 14,7 Millionen Euro (2008) erlöst die FWTM mit der Intersolar – also gut 7 Millionen Euro. Künftig soll das bewährte Intersolar-Konzept auch im indischen Hyderabad Geld in die FWTM-Kasse spülen.

Am 9. November ist es soweit. Dann öffnet die erste Ausgabe der Intersolar India ihre Pforten. Im Kongresszentrum der zentral auf dem indischen Subkontinent gelegenen Metropole Hyderabad mit gut 3,5 Millionen Einwohnern startet der neue Intersolar-Ableger mit voraussichtlich 30 bis 40 Ausstellern und 300 bis 400 Besuchern – eine Mini-Messe also.

Die FWTM und die Messe-Gesellschaft Solar Promotion mit Sitz in Pforzheim, die gemeinsam die Intersolar veranstalten, haben sich für die Asien-Premiere an die Solarcon-Konferenz des Halbleiter-Branchenverbands Semi drangehängt. Künftig soll die Intersolar India aber auf eigenen Füßen stehen – und wachsen.

Dass es das Potenzial dafür gibt, davon ist man sowohl bei Solar Promotion als auch bei der FTWM überzeugt. Vergangenes Jahr hat die indische Regierung einen nationalen Aktionsplan beschlossen, um die erneuerbaren Energien auszubauen. Bis zum Jahr 2020, so teilt Solar Promotion mit, wolle Indien demnach Solaranlagen mit einer Leistung von 20 Gigawatt installieren, also von nun an jährlich etwa 1,8 Gigawatt. Zum Vergleich: Hierzulande sind vergangenes Jahr 1,5 Gigawatt neu hinzugekommen. Insgesamt waren Ende 2008 in Deutschland gut 5,3 Gigawatt installiert – mehr als in jedem anderen Land der Erde.

Keine Singapur-Ausgabe der Intersolar

“Wir haben uns für Indien als Intersolar-Standort in Asien entschieden, weil es dort einen enormen heimischen Markt gibt”, begründet Daniel Strowitzki, Messe-Verantwortlicher bei der FWTM, denn auch die Entscheidung für Hyderabad. In Singapur hätte man nämlich auch gerne die Asien-Ausgabe der Intersolar gehabt. Vor einem Jahr war eigens eine Delegation des Stadtstaats unter Führung von Peter Ong Boon Kwee, Staatssekretär für Handel und Industrie, nach Freiburg gereist, um dies zu arrangieren. Doch FWTM und Solar Promotion entschieden sich letztlich anders.

Damit gibt es nun drei Intersolar-Veranstaltungen weltweit: Die Mutter-Messe, die wegen ihres immensen Erfolgs seit vergangenem Jahr auf dem Messegelände München stattfindet (zuletzt knapp 1420 Aussteller und 59.000 Besucher) und so einträglich für die FWTM ist, die 2008 ins Leben gerufene Schau in San Francisco (zuletzt 450 Aussteller und 17.000 Besucher) sowie nun die dreitägige Intersolar India.

Ob es tatsächlich schon 2010 auch eine Intersolar China geben wird, wie FWTM-Geschäftsführer Klaus Seilnacht im August ankündigte, ist offenbar wieder offen. Daniel Strowitzki sagte, die Sache sei lediglich in Planung.

Geschichte der Intersolar

Die erste Intersolar fand 1991 in Pforzheim statt, damals noch allein von Solar Promotion veranstaltet. Die Messe Freiburg stieg im Jahr 2000 als Partner ein, als die Schau erstmals in Freiburg über die Bühne ging – mit anfangs nur rund 200 Ausstellern. Seither entwickeln und vermarkten FWTM und Solar Promotion die Schau gemeinsam. Fürs internationale Geschäft haben sie eigens Tochterfirmen gegründet: Im Falle der FWTM die Freiburg Management und Marketing International GmbH (FMMI). Zur genauen Aufteilung der Zuständigkeiten und des finanziellen Ergebnisses äußern sich die Intersolar-Partner nicht.

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