Arbeitsagentur sieht keinen Grund zur Panik

Test!

Nach der Sommerpause kommt der Arbeitsmarkt in der Wirtschaftsregion Freiburg wieder in Schwung. Im September ist die Zahl der Arbeitslosen um 553 auf 14.059 Personen zurückgegangen. So heißt es im jüngsten Arbeitsmarktbericht der Freiburger Arbeitsagentur. Die Arbeitslosenquote sank im September von 4,7 Prozent im August auf jetzt 4,5 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 5,1 Prozent. Damit ist der Arbeitsmarkt nach dem Anstieg während der Ferienmonate wieder auf Kurs. Trotz der besorgniserregenden Finanzkrise und erster Stimmen, dass die Konjunktur sich weiter eintrüben könnte, rechnet Bärbel Höltzen-Schoh für die kommenden beiden Monate mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Die Auftragsbücher sind gefüllt und die Unternehmen stellen nach wie vor ein“, sagt die Leiterin der Agentur für Arbeit Freiburg.

Es bestehe zurzeit noch kein Grund, von der bisherigen Einschätzung zur Lage auf dem Arbeitsmarkt abzuweichen. Allerdings habe das Beschäftigungswachstum nachgelassen. „Die Betriebe melden weniger Stellen als noch vor einem Jahr“, stellt Höltzen-Schoh fest. Im kommenden Jahr dürfte die wirtschaftliche Entwicklung erste Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen. Dennoch werde demografisch bedingt der in Teilen vorhandene Fachkräftemangel weiter eine Rolle spielen.

Höltzen-Schoh empfiehlt deshalb weiterhin, bei der Rekrutierung von Fachkräften auch in die eigenen Reihen zu schauen. Wer etwa ungelernten Beschäftigten zu einem Berufsabschluss oder zumindest zu einer beruflich sinnvollen Teilqualifizierung verhilft, könne mit finanzieller Unterstützung durch die Arbeitsagentur rechnen. Das gleiche gilt für die Weiterbildung von Arbeitnehmern ab einem Alter von 45 Jahren. Die Agentur für Arbeit Freiburg stellt allein in diesem Jahr knapp 1,7 Millionen Euro dafür zur Verfügung.

Seit Auflegung des Programms seien über 1.500 Arbeitnehmer auf diesem Wege qualifiziert worden. „Die Betriebe sind interessiert, das Programm kommt an“, sagt die Freiburger Arbeitsmarktexpertin. Höltzen-Schoh möchte präventiv einem drohenden Fachkräftemangels begegnen und dazu bei Arbeitgeber und Arbeitnehmer für eine Qualifizierungsoffensive werben. Den Rahmen dazu bieten die von der Bundesagentur für Arbeit deutschlandweit gestartete Kommunikationskampagne „Weiter durch Bildung“ und die Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung. Nach der Ferienzeit meldeten sich 3.658 Personen neu arbeitslos, darunter 1.633 aus einer Erwerbstätigkeit. In der gleichen Zeit gingen 4.201 Personen aus der Arbeitslosigkeit, 1.644 von ihnen in Beschäftigung und 1.113 in Ausbildung oder Qualifizierung. Vor allem jüngere Leute, die zu Beginn des Sommers ihre Ausbildung oder ihr Referendariat abgeschlossen und sich anschließend arbeitslos gemeldet hatten, fanden jetzt eine Anstellung.

Die Betriebe und Verwaltungen meldeten der Agentur 932 freie Stellen. Die meisten Aufträge kamen aus der öffentlichen Verwaltung und den unternehmensnahen Dienstleistungen. Am Monatsende lagen der Agentur 4.858 zu besetzende Stellen vor. Von der Herbstbelebung profitierten alle Regionen im Agenturbezirk. Im Markgräflerland ist die Zahl der Arbeitslosen wieder unter die Marke von 1.000 gesunken. Der Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Müllheim Horst Stadie führt das gute Ergebnis in seinem Bezirk auf das Verarbeitende Gewerbe und die Gastronomie zurück. „Wir profitieren zudem stark von Neuansiedlungen“, sagt Stadie, der noch im Laufe des Herbstes eine Quote von unter 4 Prozent für seinen Bezirk anstrebt. Derzeit liegt sie noch bei 4,1 Prozent.

Im Hochschwarzwald ist die Zahl der Arbeitslosen um 24 auf 795 zurückgegangen, die Quote um 0,1 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent. Das günstige Ergebnis erklärt Franz Schulte mit der allgemeinen Herbstbelebung und Einstellungen in der Gastronomie. „Jugendliche haben besonders profitiert“, sagt der Geschäftsstellenleiter aus Titisee-Neustadt. Ein weiteres beobachtete Schulte: „Viele Jugendliche profitierten, weil sie nach den Ferien eine Ausbildung begonnen oder ihren Wehrdienst angetreten haben“.

Einen starken Rückgang verzeichnet die Agentur für Arbeit Emmendingen. Dort macht sich der Fachkräftemangel am stärksten bemerkbar. Geschäftsstellenleiter Otmar Herzog kann einen deutlichen Anstieg bei den offenen Stellen verzeichnen. Vor allem CNC-Programmierer und Fachkräfte im Handwerk seien am Markt stark nachgefragt. Herzog setzt deshalb auf das Sonderprogramm, mit dessen Hilfe Unternehmen in die Lage versetzt werden sollen, Fachkräfte aus den eigenen Reihen zu rekrutieren. „Wenn ein ungelernter Beschäftigter mit Potenzial zur Fachkraft weiterentwickelt werden kann, soll das nicht an finanziellen Hürden scheitern“, ermutigt Herzog Arbeitgeber, in dieser Angelegenheit Kontakt mit ihm aufzunehmen. Die Zahl der Arbeitslosen betrug Ende September 2.008 und die Quote 3,2 Prozent nach zuletzt 3,4 Prozent im August.

Die niedrigste Quote des Bezirks gibt es im Elz- und Simonswäldertal. Dort ging die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf jetzt 3,0 Prozent zurück. Am Ende des Monats waren 623 Arbeitslose registriert.

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