Pflegeheim an gewagtem Standort

„Mitten in Freiburg“ – mit diesem Slogan wirbt die Senovum GmbH für ihr neues Altenpflegeheim, dass im November den Betrieb aufnehmen soll. Die gemeinnützige Tochtergesellschaft der Kur & Reha GmbH, die selbst wiederum zum Paritätischen Wohlfahrtsverband gehört, spielt damit auf die Adresse ihrer Seniorenresidenz an: Schnewlinstraße 8 (im neuen X-Press-Gebäude). Vor dem Haus rollt hier auf vier Spuren der Autoverkehr auf der Bahnhofsachse vorbei. Hinterm Haus rattern in kurzen Abständen Schnell-, Bummel- und Güterzüge über die Gleise. Zweifellos ein gewagter Standort.

Das neue Pflegeheim verfügt über 78 Zimmer (zehn davon Doppelzimmer), allesamt mit eigener Nasszelle, TV- und Telfonanschluss ausgerüstet, und erstreckt sich über rund 3700 Quadratmeter, verteilt auf sechs Etagen. Es nimmt einen der vier Bauteile des X-Press-Riegels komplett ein. Die Senovum-Residenz bietet insgesamt 88 Pflegeplätze. Die neue Einrichtung wird das 21. Pflegeheim der Stadt sein. Derzeit sind in Freiburg insgesamt 1813 Pflegeplätze verfügbar. Wie Ursula Konfitin, Leiterin des städtischen Seniorenbüros auf Anfrage mitteilte, werden es nach Eröffnung von Senovum und dem Abschluss gegenwärtig laufender Bauarbeiten an anderen Heimen im Jahr 2010 alles in allem 1993 Pflegeplätze sein.

„Wir wollten mit unserer Einrichtung ganz bewusst an einen zentralen Ort“, schildert Melcher Franck, Geschäftsführer der in Freiburg beheimateten Senovum-Mutter Kur & Reha GmbH das Zustandekommen der Standortwahl. „Wir haben uns bei der Konzeption unseres neuen Heims andere Einrichtungen angesehen und festgestellt, dass die Zimmer zum Parkplatz hin immer zuerst belegt waren, nicht jene zum Park, um es mal so zu sagen.“ Es gebe also offenbar ein Bedürfnis, das normale Alltagsgeschehen mitzubekommen. Deswegen wolle man den künftigen Bewohnern durch die Lage in Gehweite zum Bahnhof und zur Innenstadt die Chance geben, so lang wie möglich am aktiven Leben teilzuhaben. „Außerdem denke ich, dass es hier an Besuch nicht mangeln wird“, fügt Folkmar Biniarz, der designierte Heimleiter hinzu. Biniarz war zuvor acht Jahre lang Leiter im Pro-Seniore-Heim im Rieselfeld.

Das Gebäude sei hervorragend gegen Schall und auf der Rückseite auch gegen Vibrationen geschützt, erklärt Geschäftsführer Franck. Und tatsächlich: Beim Präsentationsrundgang für Medienvertreter war die Straße gar nicht zu hören. Ein vorbeifahrender Güterzug war zwar wahrnehmbar, doch blieb die Lautstärke in erträglichem Rahmen. „Güterzüge sind, was den Lärm angeht, die größte Herausforderung“, so Biniarz.

Hell ist es in dem neuen Heim, und die zahlreichen und großen Fenster bieten durchaus abwechslungsreiche Ausblicke – zum Stühlinger hin, aufs Schienengeschehen und ins Sedanviertel hinein.

Die Senovum-Senioren werden in fünf Wohngruppen zusammenleben, pro Etage jeweils eine Wohngruppe mit maximal 18 Bewohnerinnen und Bewohnern. Ihnen steht jeweils ein eigener Aufenthaltsraum samt Teeküche zur Verfügung. Auch gegessen wird auf der Etage in einem überschaubaren Rahmen. Wenn das Heim einmal voll belegt ist, werden etwa 45 Menschen dort arbeiten, um die Bewohner zu betreuen. Über die Preise konnte Melcher noch keine Angaben machen. Derzeit sei man deswegen mit den Pflegekassen in Verhandlungen. Die Preise für einen Platz in der höchsten Pflegestufe (Stufe 3) in den Freiburger Pflegeheimen beginnen momentan bei rund 3150 Euro im Monat. Die Pflegeversicherung zahlt davon 1470 Euro.

www.senovum.de


Dieser Beitrag stammt vom
Donnerstag, 14. August 2008.

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